In Österreich steht ein erheblicher Teil der Betriebe in den nächsten Jahren vor der Übergabe, und viele sperren zu, weil sich niemand findet. Woran das liegt, ist selten die Branche. Meist ist es der Zeitpunkt: zu spät begonnen, um den Betrieb noch übergabefähig zu machen.
Ich begleite die Übergeberseite: Vorbereitung, Bewertung, Suche, Verhandlung und den Rückzug.
Beide sind in Ordnung. Sie laufen nur völlig verschieden ab, und die Familienübergabe gilt zu Unrecht als der einfachere Weg.
Die ersten beiden Phasen entscheiden über den Preis. Alles danach ist Handwerk, das sich einkaufen lässt.
Willst du ganz heraus, dich schrittweise zurückziehen oder in der Familie übergeben? Und ab wann? Aus dieser Antwort folgt alles Weitere, und sie fällt den meisten schwerer als jede Zahl im Prozess.
Das ist die eigentliche Arbeit, und sie braucht Jahre, nicht Monate. Ein Betrieb, der ohne dich nicht läuft, ist schwer verkäuflich und billig. Prozesse dokumentieren, Schlüsselkundschaft auf mehrere Schultern verteilen, Entscheidungen abgeben: Jeder dieser Schritte hebt den Preis und verkürzt die Suche.
Käufer rechnen den Ertrag, nicht das Lebenswerk. Dafür werden die Zahlen bereinigt: ein marktüblicher Unternehmerlohn eingerechnet, private Posten heraus, Einmaleffekte markiert. Erst danach ergeben Ertragswert und Branchenmultiplikatoren eine Zahl, die jemand prüfen kann.
Vor dem Verkauf, nicht danach. Ob Asset Deal oder Anteilsverkauf, ob Begünstigungen greifen, ob eine Aufgabe günstiger ist als ein Verkauf: Das entscheidet über einen erheblichen Teil dessen, was am Ende bei dir bleibt. Die Struktur macht die Steuerberatung, ich sorge dafür, dass sie früh genug am Tisch sitzt.
Über die Nachfolgebörse der Wirtschaftskammer, über das Branchennetzwerk, über Direktansprache und manchmal über die eigene Belegschaft. Wer intern übergibt, spart die Suche und handelt sich eine andere Frage ein: ob die Finanzierung steht.
Der Preis ist selten der schwierigste Punkt. Schwierig sind Zahlungsstruktur, Verkäuferdarlehen, Earn-out, Gewährleistung und die Frage, was mit dem Team passiert. Wer nur über den Preis verhandelt, verschenkt die Punkte, die den Abschluss tragen.
Haftungsbegrenzung, Wettbewerbsverbot, Gewährleistungsfristen, Firmenbuch. Die Verträge macht ein Anwalt. Ich sorge dafür, dass du verstehst, was die Klauseln wirtschaftlich bedeuten, bevor du unterschreibst.
Einarbeitung, Vorstellung bei Kundschaft und Lieferanten, geordnete Kommunikation an das Team. Und die Frage, über die niemand gern spricht: Was machst du am Montag danach? Übergaben scheitern auch daran, dass die Übergeberin nicht loslässt.
Fast nie am Betrieb. Meist an einem dieser sechs Punkte, und die ersten drei lassen sich nur mit Vorlauf abstellen.
Wer mit 64 anfängt zu überlegen, verkauft unter Zeitdruck. Drei bis fünf Jahre Vorlauf sind kein Luxus, sondern der Unterschied zwischen einem Preis und einem Notverkauf.
Wenn Kundschaft, Wissen und Entscheidungen an dir hängen, kauft niemand einen Betrieb, sondern deine Anwesenheit. Genau das lässt sich vorher ändern, aber nicht kurzfristig.
Was du hineingesteckt hast, interessiert keinen Käufer. Bezahlt wird, was der Betrieb künftig verdient. Diese Lücke früh zu kennen erspart zwei Jahre vergebliche Suche.
Die steuerliche Struktur entscheidet mit, was von einem Kaufpreis übrig bleibt. Nach Vertragsunterzeichnung ist dieser Hebel weg.
Gerüchte sind schneller als jede Ankündigung. Wer die Belegschaft überrumpelt, verliert zuerst die Leute, deretwegen der Betrieb gekauft wird.
Ein Betrieb ist für viele die Tagesstruktur, das Netzwerk und ein Stück Identität. Wer sich das Danach nicht überlegt, verschiebt den Stichtag immer weiter oder kommt nach der Übergabe zurück.
Eine Übergabe ist kein Verkauf wie jeder andere: Nachhaftung, Dienstverhältnisse und Begünstigungen folgen eigenen Regeln. Diese Punkte gehören früh auf den Tisch, weil sich mehrere davon später nicht mehr gestalten lassen.
Diese Übersicht ordnet ein, sie ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Beträge und Voraussetzungen ändern sich; die verbindliche Prüfung im konkreten Fall machen Anwalt und Steuerberatung, ich hole sie zum richtigen Zeitpunkt dazu.
Ich bin auf deiner Seite des Tisches, von der Vorbereitung bis nach dem Stichtag. Was Anwalt oder Steuerberatung vorbehalten ist, mache ich nicht, sondern binde sie ein.
Dieselbe Sache von der Käuferseite: Suche, Bewertung, Due Diligence, Finanzierung und die ersten hundert Tage im übernommenen Betrieb.
Zur Übernahme-SeiteFrüher, als sich richtig anfühlt. Drei bis fünf Jahre vor dem gewünschten Ausstieg ist ein guter Zeitpunkt, weil die eigentliche Arbeit — den Betrieb von dir unabhängig zu machen — genau so lange dauert. Die Suche nach einer Nachfolge kommt danach und braucht selbst oft noch ein Jahr.
Belastbar wird das erst mit bereinigten Zahlen: ein marktüblicher Unternehmerlohn eingerechnet, private Posten heraus, Einmaleffekte markiert. Darauf rechnet man Ertragswert und branchenübliche Multiplikatoren. Jede Zahl vor dieser Bereinigung ist geraten, auch die aus dem Bauch.
Zusperren ist häufiger, als es sein müsste. Ein Betrieb mit Stammkundschaft, eingearbeitetem Team und laufenden Aufträgen hat einen Wert, auch wenn er klein ist. Umgekehrt gibt es Fälle, in denen eine geordnete Aufgabe tatsächlich die bessere Entscheidung ist — steuerlich wie persönlich. Das ist eine der ersten Fragen, die wir rechnen.
Die Dienstverhältnisse gehen nach § 3 AVRAG auf die Erwerberin über, mit allen Ansprüchen und angerechneten Dienstzeiten. Das ist der rechtliche Teil. Der schwierigere ist der zeitliche: wann du es wem sagst. Dafür gibt es einen Fahrplan, und er beginnt nicht am Stichtag.
Das wird verhandelt und steht im Vertrag, üblich sind einige Monate Einarbeitung. Wichtiger als die Dauer ist die Rolle: Wer ohne klare Abgrenzung bleibt, untergräbt die Autorität der Nachfolge und verlängert die Übergabe, statt sie abzuschließen.
Ja. Unternehmensnachfolge ist ein förderbares Thema der Wirtschaftskammer Wien, als zweitägige Strategieberatung. Welche Voraussetzungen gelten und wie der Ablauf aussieht, steht auf der Seite zur geförderten Beratung.
Im Erstgespräch klären wir, wo dein Betrieb steht, wie übergabefähig er heute ist und welcher Zeitraum realistisch ist. Ergebnisoffen, auch wenn die Antwort am Ende lautet: noch nicht.
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